Fast täglich fällt in den Medien der Begriff Weltwirtschaftskrise. Ein Schlagwort, das rund um den Globus für Angst, Verwirrung und vor allem für Unsicherheit sorgt. Krise bedeutet immer Veränderung und wird größtenteils als überaus negativ eingeschätzt.
Steckt die Welt in einer Krise, so erstreckt sich diese in der Regel bis hin zur kleinsten Zelle der Gesellschaft, der Familie. Die Weltwirtschaftskrise macht vor kaum einer Türe halt und bringt vieler Orts Arbeitslosigkeit und die damit einhergehenden massiven finanziellen Schwierigkeiten.

Das Desaster selbst beginnt jedoch meist schon in den Unternehmen. Fehlende Auftragseingänge sorgen für immer größer werdende Probleme und Liquiditätsengpässe. Löhne und Gehälter müssen gezahlt werden, Krankenkassen wollen ordnungsgemäß bedient werden und die Arbeitnehmer erwarten Kontinuität in ihrem Arbeitsumfang. Ein schwieriges Unterfangen. Wenn dann auch noch Forderungsausfälle aus bestehenden Aufträgen zu verzeichnen sind, ist das finanzielle AUS und die Beantragung des Insolvenzverfahrens mehr als vorprogrammiert.

Hohe Außenstände sind für alle Unternehmen mit einem hohen Risiko verbunden. Können Zahlungseingänge hier nicht planmäßig verbucht werden, kommen selbst wirtschaftlich gesunde Unternehmen schnell in Schieflage. Fehlende Liquidität ist hier der Anfang der Misere. Was folgt ist ein Rattenschwanz aus beispielsweise nicht mehr zu bedienenden Krediten, überzogenen Kontokorrent-Linien, nicht mehr in Anspruch zu nehmende Skonti, Verzugszinsen der Lieferanten oder Mahngebühren auf die selbst nun nicht mehr gezahlten Eingangsrechnungen. Viele Unternehmen sind nun in der brenzligen Lage bei den Kreditinstituten Darlehensanträge stellen zu müssen. Dies geschieht in der Regel, um laufende Geschäfte und Verbindlichkeiten weiterhin bedienen zu können oder um überhaupt von den Lieferanten mit Ware versorgt zu werden. Ein schwieriges Unterfangen, bei mehr und mehr schwindender Bonität.

Viele große und mittlere Unternehmen gehen in dieser Situation dazu über, offene Forderungen einfach zu verkaufen. Ein in der Praxis gängiges Verfahren, das dazu führen soll, den leeren Liquiditäts-Topf schnell wieder zu füllen. Das Verfahren nennt sich „Factoring“ und wird mehr und mehr von Firmen, welche mit hohen oder auch weniger hohen Außenständen belastet sind, angenommen.

Spezielle Factoring-Unternehmen sehen ihren Geschäftsgegenstand im Aufkaufen fremder Forderungen. Mit Abzug einer meist geringen Gebühr übermitteln sie dem Gläubiger in der Regel sofort den fälligen Forderungsbetrag und versuchen die aufgekaufte Forderung selbst einzubringen. Das Unternehmen, welches die Forderung verkauft hat, kann sich nun aus jeglichem Mahnverfahren heraushalten und ist dementsprechend umgehend wieder liquide. Hier ist somit ein Markt entstanden, der aufgrund seiner Dringlichkeit mehr und mehr boomt.

Viele Unternehmen scheuen sich, ihre säumigen Kunden in ein knallhartes Mahnprozedere laufen zu lassen. Aus Angst, diese zukünftig zu verprellen ist man hier eher zurückhaltend.
Was wiederum zur Folge hat, dass Forderungen immer häufiger als uneinbringlich einzustufen sind, denn entgegen landläufiger Meinung kann unternehmerisch nur der überleben, der auch sein Mahnverfahren gewissenhaft und konsequent verfolgt. Wenig professionell und darüber hinaus auch noch höchst riskant ist es somit, hier allzu viel Milde walten zu lassen.

Mit dem „Factoring“ ist vielen Firmen sehr geholfen. Immer mehr Unternehmen erbringen diese Dienstleistung und bieten ihren Kunden somit ein Höchstmaß an flüssigen Mitteln und den Wegfall der Existenzbedrohung.

Wer sich dazu entschließt seine Forderungen abzutreten, dem sei angeraten, sich jedoch im Vorfeld eingehende Informationen zu den einzelnen Anbietern und den entsprechenden Gebühren einzuholen. Nicht selten gibt es hier immense Schwankungen hinsichtlich der Vertrags-Konditionen und dem Ablauf. Neben einigen schwarzen Schafen gibt es immer mal wieder Factoring-Unternehmen, die sich die aufgekaufte Forderungsausfall-Wahrscheinlichkeit auch teuer bezahlen lassen.

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